Da stand ich also wie gelähmt vor dem Briefkasten und verstand die Welt nicht mehr. 50 Jahre alt, 35 Jahre gearbeitet, müde.
Mit dieser einen Frage im Kopf: Was war denn eigentlich schief gelaufen?
Den Brief noch in der Hand reflektierte ich mein Leben. Familie, Kind, Heim; all das hatte ja - von ein paar Rückschlägen abgesehen - ganz gut geklappt. Und verdient hatte ich mit meinen Jobs eigentlich auch immer ganz gut. Dachte ich zumindest. Bloß hat das offensichtlich nicht gereicht.
Und das, was wir erreicht haben, das soll nun später alles der Altersversorgung zum Opfer fallen? Ich sah vor meinem geistigen Auge unangenehme Bilder. Bilder, die ich nur allzuoft mitangesehen hatte. Bilder in denen Menschen in Parks Pfandflaschen sammeln. Bilder in denen sich die gleichen Menschen bei der Tafel hinten in der Schlange anstellen. Und es waren viele. Es wurden immer mehr. Und mitten unter ihnen, in abgewetzten Klamotten, sah ich: Mich selbst.
Ich riss mich selbst aus diesem Film, den ich einfach nicht wahrhaben wollte. Denn genau das war es doch, was ich immer verhindern wollte. Verhindern, das wir im Alter - wie leider so viele andere - auf Pfandflaschen und die Tafel angewiesen sind. Und doch musste ich mir in diesem Moment vor dem Briefkasten, mit diesem Brief in der Hand eingestehen, das es mir wohl nicht gelingen würde, das zu verhindern. Mir war vollkommen unklar, wie es nun weitergehen soll. Hilflos, irgendwo zwischen Wut und Tränen, stand ich immer noch da und musste mir eingestehen: Ich hatte versagt.
Mein Plan, über die Jahre und Jahrzehnte etwas aufzubauen, was uns allen einen glücklichen und angenehmen Lebensabend bescheren würde, war gescheitert. Ich war gescheitert. Ich hatte versagt. Versagt in einem System, das von alten weißen Männern mit Durchhalteparolen über Jahrzehnte immer weiter in den Untergang getrieben wurde - so schoss es mir durch den Kopf.
Unwillkürlich machte ich in Gedanken alle und jeden dafür verantwortlich, von dem ich mich in meiner Erinnerung jemals eingeschränkt gefühlt hatte. Frühere Chefs, die mir Beförderungen und Gehaltserhöhungen verwehrten. Kollegen die sich mit Ellbogenverhalten profilierten. Menschen, die auf meine Kosten genau die Fortschritte machten , die in meinen Augen mir zugestanden hätten. All das hatte ich ausgehalten. Ich war brav im System angepasst. Später einmal, irgendwann, dann würde sich mein Durchhaltevermögen auszahlen. Dachte ich. Jahr für Jahr sagte ich mir das selbst. Bis zu diesem Tag am Briefkasten.
Der graue, aus Umweltpapier hergestellte Umschlag hatte ohnehin schon irgend etwas unangenehm Offizielles. Ich hatte ihn hastig aufgerissen und den Zettel darin herausgenommen. In dem auf dem selben Papier gedruckten Schreiben, hatte mir die Rentenanstalt meine zu erwartende Altersrente mitgeteilt. Und die Zahl, die da drin stand, die hat mich geschockt. Die stand für Altersarmut, und nicht für ein glückliches Leben mit meiner Familie.
In den Tagen danach, hatte ich die Hiobsbotschaft fast schon wieder verdrängt. Doch immer wieder schoß dieses ungute Gefühl in der Magengegend unvermittelt hoch bis in Kopf. Dort hinterliess es dann nie mehr als Fragezeichen. Meine Verdrängungstaktik klappte nicht wirklich. Vor allem aber gelang es mir nicht, meine Überzeugung aufrechtzuerhalten, das nicht ich, sondern andere an meiner Situation Schuld hätten. Zwar bescherte es mir kurzfristige Erleichterung, das ich selbst doch alles richtig gemacht zu haben glaubte. Ich hatte alles getan, was in diesem System zu tun, zu erreichen war. Was also konnte ich dafür? Doch wenn ich länger mit dem Gedanken spielte, wurde mir jedes Mal klar, das mich das auch nicht weiter bringt.
Zu glauben, das ich nichts falsch gemacht hatte, änderte nun mal nichts daran, im Alter nur einen deutlich niedrigeren Lebensstandard finanzieren zu können. Wenn es überhaupt dafür reichen würde. Wenn nicht ohnehin alles Ersparte, alles Erarbeitete dem Ganzen zum Opfer fällt. Haus weg, Geld weg, nicht genug Rente für eine Wohnung und... Spätestens an der Stelle brach ich immer meine Gedanken ab und suchte nach etwas anderem, was dringend meine Aufmerksamkeit zu benötigen schien. Nennt man Verdrängung, glaube ich.
Und je öfter und länger ich dieser Verdrängung frönte, desto stärker wurde mein innerer Druck, eine Lösung zu brauchen. Ich musste mich der Situation endlich stellen und selbst Verantwortung übernehmen. Um nicht gleich etwas tun zu müssen, stürzte ich mich erstmal auf Bücher und Artikel. Die zu lesen dauerte. Denn Lesen kostet Zeit.
(... das merkst Du hier gerade sicher auch, umso dankbarer bin ich Dir, das Du immer noch liest.)
So viel Zeit mit Lesen rund um mein Problem zu verbringen gab mir das vermeintlich gute Gefühl, etwas zu "tun". Das beruhigte meine Gewissen. Dann bin ich ja dran etwas zu verbessern. Ich informiere mich ja schliesslich. Dann ist ja gut. Wissen ist Macht. Dachte ich da noch...
Doch soviel ich auch über Alternativlösungen las, so intensiv ich mich auch informierte und Wissen anhäufte - dieses unangenehme Gefühl in der Magengegend schoß trotzdem noch immer wieder mal hoch bis in den Kopf. Und die Fragezeichen, dies es weiterhin dort hinterliess, die waren inzwischen zu Schriftgröße 48 mit Fettdruck angewachsen. Und eine unausweichliche Erkenntnis kristallisierte sich langsam aber stetig in mir heraus.
Und diese Erkenntnis begann alles in meinem Leben zu verändern:
Wissen ist letztlich nur eine Sammlung im Regal des Verstandes.
Unser Verstand ist stetig auf der Suche nach etwas Neuem. Denn das Bekannte kennt er ja schon. Denk mal daran, wenn Du wieder einmal wie so oft durch Dein Social-Media-Kanäle scrollst...
Sobald der Verstand das Wissen verarbeitet hat, stellt er es in sein Regal. Fein sauber archiviert und eingeordnet. Thema erledigt und abgehakt. Und so dort verstaubt es dann dort und wird nicht mehr gebraucht - es ist ja bekannt. Also weiter mit der Aufmerksamkeit auf was anders Was Interessanteres. Auf weiteres Wissen.
Das dann auch wieder im selben Regal landet und beginnt dort zu verstauen. Und so geht dieser Prozess weiter. Und weiter. Und nochmal, und nochmal...
Das geht dann solange so weitere bis entweder der Leidensdruck - zum Beispiel durch einen Schicksalsschlag - nicht mehr auszuhalten ist - oder bis ein Impuls des Wissens überspringt und eine Magie auslöst. Eine Magie, die eigentlich keine ist, aber zu einer wird, wenn man - so wie ich - weiterhin vor der Realität wegläuft und sich der Verdrängung hingibt, das es am Ende doch schon irgendwie nicht so schlimm werden wird. Die Magie heisst:
Handlung.
Was nutzt all das Wissen um Alternativen zu meiner Rentenmisere und der zu erwartenden Form von Altersarmut, wenn es nicht zu Handlung führt?Immer mehr Wissen nützt gar nichts. Wissen bedeutet eben NICHT Macht. Früher oder später ereilt uns also die nächste Erkenntnis:
Wissen ist nicht Macht.
Angewandtes Wissen ist Macht. Punkt.
Also machte ich mich endlich auf den Weg. Auf den Weg, meine Situation selbst in die Hand zu nehmen und etwas zu ändern. Mein Wissen auch anzuwenden und damit endlich wirklich eine Lösung für mein Problem zu haben. Nun ist die Welt da draussen voller Möglichkeiten, aus eigener Kraft das Problem "eigene Rentenlücke" ein für alle Male aus der Welt zu schaffen. Entscheidend ist, die Lösung zu finden, zu einem selbst passt. Denn eines ist nicht zu verhindern: Wir müssen selbst etwas dafür TUN. Das macht kein anderer für uns. Da hat schon bei dem veralteten Rentensystem nicht geklappt. Das dürfen wir selbst tun. Und genau deshalb ist es so wichtig, die Lösung zu finden, die zu uns selbst passt.
Denn wenn die Lösung nicht zu Dir passt, dann wird sie für Dich nicht funktionieren. Und Du wunderst Dich, warum sie bei anderen funktioniert, aber bei Dir nicht. Im ungünstigsten Fall schürt das dann Deine Selbstzweifel. Dabei sind die vollkommen unbegründet. Denn es liegt gar nicht an Dir. Es liegt auch nicht an der Lösung an sich. Bloß passen Du und die Lösung oftmals nicht zusammen. Und etwas zu erzwingen - nur weil es Dir als DEINE Lösung vorgegeben wird - das führt letztlich eben nicht zum Erfolg. Und ohne Erfolge macht nichts was wir tun uns Freude.
Das zitierte TUN aber - das dann auch immer noch eine Prise Durchhaltevermögen benötigt, egal für welche Lösung auch immer Du Dich entscheidest - das wird ohne Freude anstrengend. Es wird zäh, unangenehm, nervig.
Also muß es Freude auslösen, was Du da tust um Deine Situation zu verbessern. Freude bereiten, während Du es tust, Freude bereiten, wenn Du daran denkst, morgen wieder weiter zu machen. Und das passiert fast von alleine, wenn die Lösung zu Dir passt. Leider aber kümmern sich die wenigsten darum, Dir eine Lösung zu präsentieren, die zu Dir passt. Sie bieten Dir ihre Lösung an, und Du sollst dann zu der Lösung passen. Sie geben Dir 1:1-Anleitungen, die Du genau befolgen sollst, damit es auch funktioniert. Und es funktioniert auch nur dann. Also musst Du Dich dieser Lösung anpassen.
Macht das Freude? Eher nicht.
Meine eigenen Versuche, solche 1:1-Anleitungen zu befolgen, sind gescheitert. Und damit bin ich ganz sicher nicht alleine. Denn gepasst hat keine davon wirklich zu mir. Also durfte ich mir erst einmal darüber klar werden, was mir Freude macht. Ich durfte mir Gedanken darüber machen, wie eine Lösung aussehen muß, damit sie zu mir passt.
Ich war also endlich auf der Suche nach der wirklichen Lösung für unsere Situation. Die Situation, die mir damals am Briefkasten so schonungslos bewusst wurde. Fortan bewegte mich immer die Frage nach ebenso individuellen, wie allgemeingültigen Schritten. Nach Schritten, die zu mir und uns passen, UND die uns sicher dorthin bringen würden, wo wir am Ende sein wollen. Nämlich in einer gesicherten Lebenssituation ohne Sorgen.
Ein wunderbarer Nebeneffekt dieser Suche und der Auseinandersetzung mit der eigenen Zukunft ist die Tatsache, das wir dabei an uns selbst wachsen. Wir beginnen, uns selbst zu reflektieren. Und in meiner eigenen Selbstreflexion fand ich meine Werte, fand ich das, was mich ausmacht. Das, wofür ich stehe. Das, wofür ich einstehe. Das, was mich beschreibt, mich erklärt, mich ausmacht. Also quasi meine DNA.
So habe ich auch einiges über das Thema DNA gelesen. Dieses innere Erbe unseres Seins empfinde ich als höchst inspirierend. Auch wenn ich weder Mediziner, noch überhaupt irgendein Wissenschaftler bin. Aber das auszuleben, was in uns allen drinsteckt; das zu nutzen, was uns allen mitgegeben ist; das ist eine wunderbare Kraft. Und diese Kraft zu nutzen, macht Freude. Wirklich wir selbst zu sein, und das zu tun, was uns aufgrund unserer DNA Freude macht, darum geht's doch im Leben. Und so hatte ich immer diese Abkürzung DNA im Kopf. Und ich wusste, das mein Weg raus aus dem Risiko der Altersarmut, das Größte und Bedeutsamste sein würde, was ich je in meinem Leben erreichen würde. Also etwas Legendäres.
Beides zusammengenommen - DNA und legendär - ergab nun mein Credo, meine Kurzbeschreibung für diese Community und all das, was noch kommen soll:
dna-legendary
Das dabei die Anfangsbuchstaben der Namen unserer kleinen Familie, die es für mich vor Altersarmut zu retten gilt, zufällig auch D, N und A sind, ist dabei ein schicksalshafter Zufall. Wobei es gar keine Zufälle gibt. Doch darüber erzähle ich Dir ein anderes Mal...
Und wenn Du mehr für Dich rausholen möchtest, dann aboniere doch einfach unseren Newsletter ! Wie auch DU und Deine Familie davon profitieren können, erfährst Du HIER!
Es ist DEIN Leben. Es ist DEINE Wahl.
dna-legendary
lovingly blogged by

